Freundschaft

1. Freundschaft bedeutet für mich, mit echten Freunden ausnahmslos teilen zu können, nicht teilen zu müssen, aber zu können. Freundschaft bedeutet für mich aber nicht nur eine zentrale private Angelegenheit des eigenen Lebens, sondern auch ein Weg des sehr, sehr persönlichen neuen Miteinanders „für alle“, ein gesamtgesellschaftlicher Weg..!

2. Ich bezeichne jemanden dann als Freundin oder Freund, wenn er/sie mir und ich ihr/ihm wirklich sicher und begründet vertrauen kann auch und besonders in den Situationen, wenn ich Fehler begehe, wenn ich echt und spürbar anders bin, wenn es mir richtig schlecht geht usw. usw. Und nein, Vertrauen bedeutet dann nicht, dass er für mich und ich andersrum ebenso für ihn ein fehlerloser Freund ohne Schwäche sein würde. Aber doch jeweils ein Freund, der bleibt, dessen Liebe und Freundschaft – sicher – bleibt, der mich nicht fallen und im Regen stehen lässt und ich ihn ebenso wenig.

3. Ein echter Freund (ist für mich immer besonders gut, andere „Freunde“ sind keine) ist einer, der mich sicher liebt und „immer“ lieben wird. In jeder Situation. Der mich auffängt und trägt, was auch kommt. Und ich ihn mindestens ebenso auch! Immer auf Gegenseitigkeit ruhend!

4. Alles. Eine wirklich gute Freundschaft muss alles aushalten..!

5. Freundschaften können nur zerbrechen (ich rede nur von meiner Sicht), wenn sie keine waren und keine sind. Und sie wachsen und versichern sich dieser Realität je mehr, desto mehr sie das gelernt, gewollt und in praktischen „Prüfungssituationen“ im Leben bewiesen haben. Dabei darf jeder Freund, jede Freundin, die Teil einer Freundschaft ist, immer auch Fehler begehen und schwächer sein als man zuerst ahnen möchte.

Nur eine zu kurze und immer subjektive Meinung zum Thema und zur Utopie und Realität echter und wirklich tragender Freundschaft…

3 Comments

  1. Salzstreuer

    „5. Freundschaften können nur zerbrechen (ich rede nur von meiner Sicht), wenn sie keine waren und keine sind.“

    Bedeutet das, daß nie Sicherheit bestehen kann, ob eine Freundschaft wirklich „echt“ ist?

    1. Thomas Thiele

      Es kann Sicherheit entstehen, dass Freundschaft sichere Freundschaft ist und bleiben wird. Dazu braucht es das gemeinsame „Bauen“ an ihrer Wirklichkeit… Und das Ziel, Freundschaft als einen Raum und Rahmen für sicher bleibende gegenseitige Liebe zu gründen. Das ist nicht leicht! Dazu braucht es auch das Lernen, wem wir vertrauen – in welchen Fragen und Bereichen wir diesen Freunden vertrauen und in welchen nicht und wir müssen sehen: Es gibt gutgläubiges oder gar blauäugiges Vertrauen und andererseits gut begründetes Vertrauen. Letzteres ist unter Freundinnen und Freunden zentral…

  2. Thomas Thiele

    …wobei es mir wichtig ist, Freundschaft nicht so zu verstehen, wie begrenzte Familie und ähnliches, sondern eine Art unbegrenzte Freundschaft, eben Freundschaft als Konzept und Wirklichkeit eines neuen Miteinanders in der (nicht nationalen…) Gesellschaft, das am Ende oder Ziel die einzige „Rettung der Welt“ bzw. unserer scheinbar zunehmend sinnentleerten und zu lieblosen westlichen Gesellschaft sein dürfte. Freundschaft also nie losgelöst vom Altruismus, von der alle umfassenden eindeutigsten Nächstenliebe für alle!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.